Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie

Social Media Leitfaden gemeinsam entwickeln

Ein Blog des Wilhelm-Gefeller-Bildungs- und Tagungszentrums

BR-Öffentlichkeitsarbeit mit Social Media II

Von Ute Demuth am 13. April 2012

Telefonzellen in Peking

Fotograf: Christian Hessmann / Lizenz: CC BY 2.0

In diesem zweiten Teil des Artikels zur Öffentlichkeitsarbeit geht es um die Frage, wie Betriebsräte soziale Medien außerhalb des Unternehmens nutzen können: Unabhängig von den im Betrieb vorhandenen Informations- und Kommunikationstechnologien bieten sie der Interessenvertretung gute Möglichkeiten, den Austausch mit den Beschäftigten zu verbessern.

Zunächst ist aber einiges zu beachten, wenn Betriebsräte öffentliche soziale Medien wie Facebook oder Twitter nutzen oder sich einen Blog im weltweiten Netz einrichten wollen. Denn es gibt ein paar rechtliche Fallstricke: So dürfen beispielsweise keine Betriebsgeheimnisse in die Öffentlichkeit gelangen und der Ruf des Arbeitgebers nicht geschädigt werden. Viele Betriebsräte gehen den Weg über die Gewerkschaften: Dann steht z. B. der zuständige Gewerkschaftssekretär im Impressum des Blogs und nicht eine Person aus der Interessenvertretung (Beispiel).*

Wer bei Facebook oder Twitter aktiv sein möchte, muss sich in darüber hinaus in Datenschutzfragen auskennen und die Beschäftigten entsprechend informieren können. Interessenvertretungen sollten sich mit den Geschäftsbedingungen der Anbieter vertraut machen und Grundwissen zu Fragen wie dem Recht am eigenen Bild haben.

Ob Betriebsräte den Weg ins öffentliche Netz gehen sollten, ist von den Zielen abhängig, die sie verfolgen. In Betrieben, in denen Schicht gearbeitet wird oder die Beschäftigten schwer erreichbar sind, wie etwa im öffentlichen Personennahverkehr, wollen sich die Kolleginnen und Kollegen auch von zu Hause aus informieren können. Soziale Medien bieten dazu wie im ersten Teil dieses Beitrags beschrieben andere und vielfältigere Möglichkeiten als beispielsweise E-Mails.
Und: Die öffentliche Präsenz von Betriebsräten trägt dazu bei, dass Interessen von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern mehr Aufmerksamkeit bekommen, auch ihr Blick auf die Dinge auch öffentlich wird. Das ist allgemein wünschenswert und kann in der betrieblichen Auseinandersetzung ein wichtiger Faktor sein.

Praxisbeispiel
Der Betriebsrat der Kartonfabrik Buchmann ist auf Facebook vertreten und hat bereits knapp 120 Kontakte gesammelt. Betriebsrat Sven Zimmermann über die Facebook-Präsenz: „Das ist sinnvoll, weil wir die Leute, die im Schichtbetrieb arbeiten, so auch außerhalb des Betriebs erreichen. Außerdem können wir uns positiv darstellen und zeigen, was wir machen.“ (zitiert aus: Schröder, „Mit dem Web leben“, Kompakt 2011, Seite 13)

 

Mehr Beispiele sind in der Linkliste auf diesem Blog zu finden.

 

Nutzt Ihr selbst Facebook oder einen eigenen Blog für Eure BR-Öffentlichkeitsarbeit oder plant Ihr das zu tun?
Kennt Ihr weitere Beispiele? 

 

*Diese Fragen greifen wir hier auch in den Artikeln zu den rechtlichen Rahmenbedingungen auf. Zum ersten Teil der Reihe geht es hier.

 

 

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