Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie

Social Media Leitfaden gemeinsam entwickeln

Ein Blog des Wilhelm-Gefeller-Bildungs- und Tagungszentrums

Inhalte des Leitfadens

Geplant sind bislang die hier aufgeführten Inhalte.

Über Eure Rückmeldung über die Kommentarfunktion freuen wir uns!

 

Was sind soziale Medien

Facebook, Twitter und Blogs sind Dauerthema in der öffentlichen Diskussion – und zunehmend auch in Unternehmen. Diese so genannten sozialen Medien dienen innerhalb und außerhalb von Betrieben der Zusammenarbeit und dem Austausch. Nutzerinnen und Nutzer können selbst Inhalte einstel­len, mit anderen gemeinsam weiterentwickeln und darüber kommunizieren. Inhalte können ohne technsiches Hintergrundwissen eingestellt werden, damit haben diese Anwendungen das Internet zum “Mitmachnetz” gemacht. In diesem Teil unseres Blogs wirst Du kurze Beschreibungen zu den einzelnen Diensten mit weiterführenden Links finden.

Einsatzbeispiele von Social Media in Unternehmen

Social Media kann in Unternehmen sowohl für die interne als auch für die Kommunikation nach außen eingesetzt werden. Unabhängig von Ort und Zeit können Beschäftigte sich austauschen und kooperieren. Unternehmen suchen über soziale Medien passendes Personal und den direkten Draht zu Kunden. Anhand von Einsatzbeispielen sollen hier die Vielfalt und die potenziell zu regelnden Bereiche dargestellt werden.

Rechtliche Rahmenbedingungen

Hier soll es um die Mitbestimmungsrechte sowohl was den betriebsinternen Einsatz als auch was die Aktivitäten des Unternehmens nach außen betrifft gehen. Wann kann der Betriebsrat beim Einsatz von Social Media im Betrieb mitreden, wann nicht? Außerdem soll hier Grundsätzliches zu Datenschutz, Wettbewerbs- und Urheberrecht stehen. Freie Meinungsäußerung und arbeitsrechtliche Normen bilden den Rahmen für betriebsrätliche Äußerungen im Netz, auch dazu sollen hier Beispiele und Tipps kommen.

Leitfaden Guidelines-Entwicklung

Die Entwicklung von Social Media-Richtlinien für ein Unternehmen ist stets individuell. Es gibt jedoch eine Reihe von Aspekten, die jedes Mal geklärt werden sollten: vom Umgang mit externen Inhalten bis hin zu den Spielregeln bei der Vermischung von privater und persönlicher Kommunikation am Arbeitsplatz. Hier werden Leitfragen formuliert und Anwendungsbeispiele aus der Praxis besprochen, die bei der Entwicklung von Richtlinien für den eigenen Betrieb zur Hilfe genommen werden können.

Kommunikationsarbeit des Betriebsrats

Soziale Medien bieten Interessenvertretungen neue Möglichkeiten, in der Betriebsöffentlichkeit zu kommunizieren und zu informieren. Nach außen kann die Vernetzung mit anderen Gremien intensiviert werden. Social Media kann auch ein weiterer Kanal sein, zeitnah an wichtige Informationen zu kommen. Nicht zuletzt kann ein Blog – wie dieser – in der außerbetriebichen Öffentlichkeit Akzeptanz für die Positionen von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern schaffen.

8 Antworten zu “Inhalte des Leitfadens”

  1. Daniel Nöke
    29. Februar 2012

    Hallo Zusammen, ich hatte eben ein Verbindungsproblem zu Eurer Seite, deshalb ein erneuter Veruch:
    Auf unserem Firmencomputer ist der Zugriff auf soziale Netzwerkseiten, wie “Facebook”, gesperrt. Ist es überhaupt arbeitsrechtlich gestattet, diese Seiten während der Arbeitszeit zu besuchen? Wenn nicht, gilt eine Ausnahme wenn sie von der Gewerkschaft initiiert wurden?

    Mit freundlichen Grüssen

    Daniel Nöke

  2. Stephan Düsterdiek
    2. März 2012

    Hallo Daniel,

    ich bin kein Arbeitsrechtler (der ist momentan “offline”), möchte dir aber trotzdem meine Einschätzung sagen.
    Wir haben ja hier den Blog und begleitend Facebook. Wenn Facebook bei euch gesperrt ist, dann ist das so und du kannst dich dann nur privat daran beteiligen.
    Zu diesem Blog:
    Ob du über deinen Firmen-Rechner und ggf. dein betriebliches E-Mail-Konto mitmachen darfst, hängt erstmal von euren betrieblichen Regelungen zu Internet, E-Mail und ggf. Social Media ab. Damit sind wir eigentlich mittendrin in den Fragen zu Social Media und dieser Punkt sollte auf jeden Fall in den Leitfaden aufgenommen werden, im rechtlichen Teil.

    Also die erste Frage wäre: Ist bei euch Internet und E-Mail privat erlaubt? Häufig ist das ja so geregelt das in geringem Umfang private Nutzung erlaubt ist. Wenn dann deine Beteiligung am Blog in diesen üblichen geringen Rahmen bleibt, sollte das kein Problem sein. Wenn private Nutzung nicht erlaubt ist, kannst du dich auch nicht vom Betrieb aus beteiligen. Aber kniffelig ist es ja meistens diese schwammigen Grauzonen. Als daher mein Rat: Nicht einfach machen sondern mit dem Betriebsrat darüber sprechen und im Zweifelsfall privat teilnehmen.

    Für Betriebsräte ist erstmal die Frage, ob die Beteiligung an unserem Blog (Gewerkschaft, Diskussion zu einem Betriebsratsthema) Betriebsratsarbeit ist.
    Wenns hart auf hart kommt, wird das wahrscheinlich schwierig zu begründen sein. Aber es gibt ja in den Unternehmen erstmal unterschiedliche Regeln und auch sehr unterschiedliche Kulturen und häufig ist es eben praktisch überhaupt kein Problem.
    Meine Empfehlung für Betriebsräte ist, auch das im Gremium auf jeden Fall zu besprechen. Im Zweifellsfall nehmt privat an diesem Blog teil.

    Soweit erstmal, wird wie gesagt in den Leitfaden mit aufgenommen.
    Interessant wäre auch mal zu hören, wie die Praxis bei euch allen, die hier aktiv dabei sind aussieht.

    Stephan Düsterdiek vom Wilhelm-Gefeller-Bildungs- und Tagungszentrum

  3. Jörg Eisfeld-Reschke
    7. März 2012

    Hallo Daniel,

    ich möchte auch nochmal kurz auf Deine Fragen eingehen. Du schreibt, dass der Zugriff auf soziale Netzwerkseiten gesperrt ist und fragst, ob es überhaupt gestattet sei, diese Seiten während der Arbeitszeit zu besuchen.

    Vorausgesetzt im Betrieb gibt es die von Stephan erwähnte Regelung, dass die private Internetnutzung im üblichen geringen Rahmen möglich ist, und darüber hinaus werden einzelne Seiten wie Facebook.com explizit gesperrt, so bedeutet dies aus meiner Sicht, dass alle nicht-gesperrten Internetseite im erwähnten geringen Rahmen verwendet werden dürfen. Also auch diese Projektseite mit dem Blog.

    Ich vermute nicht, dass ein Arbeitgeber, der die private Internetnutzung während der Arbeitszeit im geringen Rahmen zulässt, zulässig eine Gewerkschaftsseite wie diese sperren dürfte.

    Das bringt mich zu einer neuen Frage, die ich für den rechtlichen Teil des Leitfadens vorsehen möchte: Muss der Betriebsrat über die Sperrung einzelner Internetseiten informiert oder im Vorfeld eingebunden werden?

    Jörg Eisfeld-Reschke

  4. Oskar
    8. März 2012

    Hallo Zusammen, danke für die Antworten.

    Ich habe unsere GBV zu diesem Thema gelesen und festgestellt, dass Internet und E-Mail nur zu dienstlichen Zwecken genutzt werden darf.
    Zu klären wäre natürlich, in wie weit Betriebsratsarbeit einen dienstlichen Zweck darstellt.
    Gleichzeitig bedeutet es natürlich das für den normalen Mitarbeiter die “social media” Veröffentlichungen der Gewerkschaften gestorben wäre. Äusserst strange action muss ich sagen.

    Gruss
    Daniel Nöke

  5. Ute Demuth
    12. März 2012

    Lieber Daniel Nöke,

    zu Deiner Frage wie der BR den Netzzugang des Arbeitgebers nutzen kann, gibt es ein BAG-Urteil, das interessant für Dich sein könnte:
    Bundesarbeitsgericht, Beschluss vom 14. Juli 2010 – 7 ABR 80/08
    “Betriebsratsmitglieder, die an PC-Arbeitsplätzen tätig sind, können Internetzugänge und eigene E-Mail-Adressen verlangen. […] Betriebsräte dürfen diese Forderung durchsetzen, da die Informationsbeschaffung aus dem Internet und die Kommunikation mit externen Dritten Teil ihrer Tätigkeit sein kann […].”
    http://www.ftd.de/karriere-management/recht-steuern/:urteil-der-woche-betriebsrat-darf-sich-vernetzen/50146630.html
    Der Autor des Artikels schreibt weiter
    “Die Möglichkeit des Missbrauchs durch längeres Surfen im Internet und ausgiebige private E-Mail-Korrespondenz ist bislang für viele Arbeitgeber das entscheidende Argument gegen die Einräumung eines Netzzugangs für alle Mitarbeiter (beziehungsweise Betriebsräte). Diese Gefahr nimmt das Bundesarbeitsgericht aber in Kauf.”

  6. Ute Demuth
    12. März 2012

    … und weiter zur Social Media-Nutzung der Belegschaft:

    Die Nutzung sozialer Medien ist nicht zwingend gleichzusetzen mit privater Nutzung: Wenn sich die Mitarbeiterin in der Personalabteilung auf einem Gewerkschaftsblog (gehört aus meiner Sicht auch zu den sozialen Medien) zu einem sozialrechtlichen Thema informiert und / oder sich darüber austauscht, ist das ja nichts Privates.

    Eine Studie aus dem April 2010 hat ergeben, dass fast jedes zweite Unternehmen in Deutschland die Nutzung von sozialen Medien verbietet. 40 Prozent der befragten deutschen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer handeln allerdings nicht danach: Sie gaben an, mindestens einmal in der Woche die verbotenen Anwendungen zu nutzen.
    Die Pressemeldung zur Studie:
    http://www.cisco.com/web/DE/presse/meld_2010/16-04-2010-studie_zeit.html.

    Ich würde gerne diskutieren: Wie geht Ihr damit um? Muss man daran arbeiten die Verbote wirksamer durchzusetzen oder müssen andere Vereinbarungen her?

    Und: Hat jemand andere bzw. neuere Zahlen dazu?

    Gruß,
    Ute Demuth

  7. Hermann Wagner
    22. März 2012

    Unsere BV zur Internetnutzung läßt eine private Nutzung in den Pausen zu. Wir haben eine sehr flexible Arbeitszeit, und da ist schon die Frage: Wann ist Pause? Zum Anderen ermuntert die Firma die Mitarbeiter Aktionen in den social media aktiv zu unterstützen. Was ist dann privat bzw. betrieblich motiviert?
    Das sind nur zwei Punkte, die in unserem Fall relevant sind.

    Zur Sperrung von Internetseiten
    Bei uns ist das Internet grundsätzlich offen, es werden allerdings Seiten mit potenziell indizierte Inhalten gesperrt. Dabei ist der Betriebsrat nicht eingebunden. Persönlich sehe ich da aber auch keinen Bedarf.

    Verbot von Social Media
    Zusätzliche Verbote braucht es bei uns derzeit nicht.Das Problem bei uns ist eher, dass sich die Belegschaft nicht an diesen Medien beteiligt, da eine große Unsicherheit bezüglich möglicher arbeitsrechtlicher Konsequenzen herrscht.

    Deshalb werden wir uns primär um die Nutzungsregeln kümmern. Wir wollen intern die social media Kanäle für unsere Öffentlichkeitsarbeit nutzen. Das läuft allerdings aus oben angeführten Gründen noch nicht.
    Wir haben jetzt eine Arbeitsgruppe gebildet, die die Punkte beschreibt, die geregelt werden müssen. Ziel ist es diese anschließend in das bestehende Regelwerk zu integriert.
    In der Zwischenzeit nutzen wir das Intranet, die Werkszeitung, Newsletter und Vorträge des Betriebsrats, um das Thema intern zu treiben.

    Hermann Wagner

  8. Halbzeit bei wgb20.de « eBetriebsrat
    28. Mai 2012

    […] vermittelt werden, es gibt ein Glossar und einige Artikel, die Grundsätzliches wie „Was ist eigentlich Social Media?“ verhandeln. Wie die Gremien soziale Medien für die eigene Arbeit einsetzen können, greifen wir […]

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