Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie

Social Media Leitfaden gemeinsam entwickeln

Ein Blog des Wilhelm-Gefeller-Bildungs- und Tagungszentrums

Leitfragen, die zweite: Konkrete Ausgestaltung – Umgang mit externen sozialen Medien

Von Ute Demuth am 24. Juli 2012

Pfeile

Esansero, Lizenz: CC BY-SA 3.0

Was soll nun konkret drinstehen in der Regelung? Neben Hinweisen zur Vertraulichkeit interner Daten und zu anderen rechtlichen Rahmenbedingungen wie dem Urheberrecht sind noch ein paar Punkte mehr zu bedenken – einige haben wir hier im zweiten Teil unserer Reihe aufgeführt. Im dritten Teil wollen wir dann auf Punkte eingehen, die sich mit der internen Nutzung von sozialen Medien befassen.

Wir würden uns darüber freuen, wenn die Liste von Euch ergänzt werden würde!

Zur Erinnerung: Euer Feedback muss nicht öffentlich sein, hier gibt es eine Übersicht über alle Möglichkeiten, uns Rückmeldung zu geben.

Guideline oder Betriebsvereinbarung?

Wollen wir eine unverbindliche Handlungsempfehlung oder eine, eben verbindliche, Betriebsvereinbarung? Oder beides? Denn denkbar ist auch, die Guideline als Anhang in eine Vereinbarung zu integrieren.

Ist für die Beschäftigten sofort ersichtlich, ob die einzelnen Punkte jeweils verbindlich sind oder nicht?

Was will der Arbeitgeber? Hier gilt es hier gute Argumente zu sammeln und z. B. die mitbestimmungspflichtigen Punkte herauszuarbeiten.

Welchen Ton soll die Regelung haben?

Soll sie reglementierend oder eher Leitplanke sein? Wie wird mit Verstößen umgegangen? Wie sollen die Hinweise zum Kommunikationsverhalten aussehen, sind sie von einem Vertrauensvorschuss geprägt oder setzen sie auf klare Ge- und Verbote?

Leistungs- und Verhaltenskontrolle

Die meisten Interessenvertretungen werden hier wohl ein Verbot anstreben. Sollen Ausnahmen vorgesehen sein?

Gibt es konkrete Handlungsempfehlungen für die Kommunikation?

Das betrifft zum Beispiel das Spannungsfeld zwischen freier Meinungsäußerung und Loyalitätspflicht. Werden die Beschäftigten ausreichend informiert und senibilisiert?

Ein weiterer Bereich ist der Umgang mit negativen Aussagen, sowohl aus dem Betrieb als auch von außen: Wie sollen Beschäftigte damit umgehen, an wen können sie sich wenden, wenn sie Fragen haben?

Wie soll in einer Netiquette (Verhaltensgrundsätze) Näheres zum Umgang miteinander geregelt sein? Beispiele wären, dass Äußerungen immer von gegenseitigem Respekt geprägt und Äußerungen korrekt und professionell sein sollen.

Freiwilligkeit der Teilnahme

Wie sichert man Beschäftigten die Freiheit zu, selbst entscheiden zu können, welche Anwendungen oder Dienste sie nutzen wollen und welche nicht?

Trennung von beruflicher und privater Nutzung

Ist die private Nutzung öffentlicher sozialer Medien wie Facebook oder Twitter während der Arbeitszeit erlaubt – oder sogar erwünscht? Wenn ja, in welchem (Zeit-)Rahmen? Gibt es eine Liste der Anwendungen, die genutzt werden dürfen? Werden alle Beteiligten dafür sensibilisiert, dass die Trennung zwischen beruflichen und privaten Äußerungen oft schwierig ist?

Eigenverantwortung der Beschäftigten

Was liegt in der Entscheidungshoheit der Beschäftigten, was in der der Vorgesetzten? Gibt es beispielsweise Vorgaben zu den Inhalten, über die kommuniziert werden darf, oder ist das den Beschäftigten selbst überlassen? Wo finden sie Unterstützung und Rat in Zweifelsfällen?

Informationen zum rechtlichen Rahmen

Enthält die Guideline (Praxis-)Hinweise zum Urheberrecht, zum Zitierrecht, zum Umgang mit betrieblichen Daten, zum Wettbewerbsrecht, zur Kenntlichmachung der Inhalte als persönliche Meinung? Steckt sie den Rahmen des Verbotenen (z.B. Drohungen) ab?

Informationen zur Technik

Gibt es grundlegende Hinweise zur IT-Sicherheit, zum Beispiel zum Umgang mit Passwörtern? Oder ist das alles schon von anderen Regelungen abgedeckt? Wenn ja, sind die Regelungen ausreichend bekannt gemacht?

Wenn nicht: Enthält die Regelung Hinweise auf konkrete Gefahren (Viren etc.) sowie Infos zum technischen und organisatorischen Hintergrund des Netzes?

Gibt es konkrete Hinweise zu den Einstellungsmöglichkeiten in sozialen Netzwerken?

Ist die Richtlinie für alle lesbar und verständlich?

Wie bei jeder Vereinbarung sind verständliche Formulierungen wichtig: Sonst wird sie nicht gelesen. Ist das Ziel und der Zweck der Richtlinien eindeutig formuliert? Werden wichtige Begriffe erklärt?

Was geschieht mit den Inhalten, wenn Beschäftigte das Unternehmen verlassen?

Wem “gehören” die erstellten Inhalte?

 

 

Einen Kommentar verfassen






× zwei = 16

  • Letzte Kommentare

  • Log Offensive Bildung