Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie

Social Media Leitfaden gemeinsam entwickeln

Ein Blog des Wilhelm-Gefeller-Bildungs- und Tagungszentrums

WGB-Leiterin Sabine Süpke: “Wir erwarten keine Social Media-Experten”

Von Jörg Eisfeld-Reschke am 1. März 2012

Zu Beginn des Projekts “Social Media-Leitfaden gemeinsam entwickeln” führten wir ein Interview mit Sabine Süpke, Leiterin des Wilhelm-Gefeller-Bildungs- und Tagungszentrums und Trägerin des Projekts.

Warum beschäftigt sich das WGB mit dem Thema Social Media-Guidelines?
Sabine Süpke: Wenn es ein Thema gibt, das Betriebsräte beschäftigt, dann ist es unsere Aufgabe Lösungen anzubieten, wie man damit umgeht. Der Einsatz von Social Media im Unternehmen ist ein solches Thema und es betrifft die Arbeit der Betriebsräte. Wir wollen nun in den nächsten Monaten einen besonderen Blick auf Unternehmen und Betriebsräte in dem Themenfeld Social Media werfen.

Das WGB hat ein Projekt dazu entwickelt. Was kann da erwartet werden?
Sabine Süpke: Wir möchten Ideen entwickeln, wie man hier zu Regelungen kommen kann und zwar gemeinsam mit Betriebsräten und mit Mitteln des Web2.0, das ist das Neue an diesem Projekt. Was wir uns wünschen, ist eine Handlungsanleitung, die Betriebsräten in der Praxis eine Hilfe ist. Dabei setzen wir politische Bildung mit einem sehr aktiven Charakter um. Bei der Entwicklung geben wir nicht nur eine Einführung rund um das Thema Social Media im Unternehmen, sondern setzen die Online-Medien selbst in der Entwicklung ein. Durch die Einbeziehung von Betriebsräten erhoffen wir uns konkrete Fallstudien und Beispiele, die eine Übertragung in den Arbeitsalltag einfacher machen.

Welche besondere Relevanz liegt für Betriebsräte in diesem Thema?
Sabine Süpke: Meiner Einschätzung nach sind Social Media-Guidelines zustimmungspflichtig. Social Media ist allerdings auch für Arbeitgeber ein neues Feld. Es gerät etwas in Bewegung und da brauchen Betriebsräte einen Bildungspartner, auf den sie sich verlassen können und das sind wir!

Warum kümmern sich die Gewerkschaften erst jetzt um das Thema?
Sabine Süpke: Wir greifen Impulse auf, die an uns herangetragen werden. Was Social Media betrifft, so sind wir noch relativ früh dabei. Erst jetzt werden diese Medien und der Umgang mit ihnen im Unternehmen in der Breite diskutiert. Es kommt Dynamik in das Feld und jetzt besteht Handlungsdruck für die Betriebsräte.

Die Projektmethodik unterscheidet sich von anderen Projekten – was macht Ihr anders?
Sabine Süpke: Wenn wir über Social Media sprechen, soll auch das Projekt mithilfe sozialer Medien entwickelt werden. Wir werden Social Media selbst nutzen und laden alle Interessierten ein, sich einzubringen. Alle können Impulse geben, Fragen stellen und zur Lösungsfindung beitragen. Diese Impulse greifen wir auf und stellen sicher, dass die Inhalte des Leitfadens von der Zielgruppe mitbestimmt werden. Konkret heißt das, dass der Entstehungsprozess im Blog dokumentiert wird und dort Partizipationsmöglichkeiten wie Kommentare und Nutzerfragen zur Verfügung stehen. Auch über unsere Facebook-Seite und Twitter stehen wir mit den Betriebsräten im Dialog.

Muss man bereits besonders aktiv bei Facebook und Twitter sein, um an dem Projekt teilhaben zu können?
Sabine Süpke: Auch wir sammeln noch erste Erfahrungen im Social Web. Kernstück der Beteiligung wird der Blog sein, den wir auf den EDV-Tagen gestartet haben. Daran kann man sich beteiligen, ohne irgendwo angemeldet zu sein, also auch ohne Facebook und Twitter. Wir wollen aber auch gucken, wie wir mit Facebook und Twitter die Projektkommunikation unterstützen können. Wir erwarten also keine Experten zu Social Media. Damit das Projekt erfolgreich wird, brauchen wir die neuen und die geübten Nutzer gleichermaßen. Gemeinsam können wir die Bandbreite der neuen Möglichkeiten entdecken , auch für unsere Bildungsarbeit.

Vielen Dank für das Interview.

Die Fragen stellte Jörg Eisfeld-Reschke

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